Verwendung von Travertin (und anderem Marmor oder Stein) in Schwimmbädern

Aber ist Travertin ein geeignetes Material für ein Schwimmbad?

Dies ist eine durchaus berechtigte Frage, die häufig von denjenigen gestellt wird, die gerade die Materialien für die Gestaltung ihres neuen Pools auswählen. Die Antwort ist bejahend und lässt sich sowohl auf empirischer als auch auf technischer Basis begründen.
Der Travertin entsteht im Wasser. Er bildet sich durch die Schichtung von Kalkablagerungen in Quellen, die besonders reich an diesem Mineral sind: Wasser ist für Travertin kein Fremdkörper, sondern sein natürlicher Lebensraum. Travertinbrüche befinden sich stets in wasserreichen Gebieten.

Travertin für Schwimmbäder
Die Geschichte bestätigt diese Verbindung. Die antiken römischen Thermen wurden zu einem großen Teil aus Travertin errichtet. Berninis Barcaccia, der Vierströmebrunnen, der Trevi-Brunnen: Allesamt Werke, die Wasser enthalten, aus dem Wasser emporragen oder vom Wasser umspült werden. Die Thermen von Saturnia und Rapolano, die noch heute besichtigt werden können, beweisen, dass dieser Stein über Zeiträume mit dem Wasser koexistiert, die das menschliche Maß weit übersteigen.

Barcaccia Bernini Travertin

Travertin, Marmor und Kalksteine im Allgemeinen sind perfekte Materialien für Pools, Becken und jegliche Konstruktionen, die dazu bestimmt sind, Wasser zu enthalten. Die zu treffenden technischen Vorkehrungen sind gering und Teil einer normalen, guten Planung.

Pool in den Chianti-Hügeln Pietre di Rapolano

Der einzige wahre Feind: die Säure

Travertin hat, wie die meisten Marmor- und Kalksteine, nur einen einzigen aggressiven Wirkstoff: Säure. Es sind nicht die chemischen Behandlungsprodukte, die den Stein angreifen, nicht das Chlor, nicht die Algizide: Bei korrekter Dosierung sind diese vollkommen kompatibel. Die einzige wirkliche Bedrohung ist der Säuregehalt des Wassers.

Wo das reale Risiko entsteht

Zu verstehen, wie sich der pH-Wert in einem Pool verhält, ist die Voraussetzung für seine korrekte Bewirtschaftung. In einem Becken, das der Sonne ausgesetzt ist und von Badegästen genutzt wird, tendiert der pH-Wert natürlicherweise dazu, zu steigen: Die Einwirkung der Sonnenstrahlung und die von den Badenden eingetragenen organischen Rückstände treiben den Wert Tag für Tag nach oben.

Wenn der pH-Wert zu stark ansteigt, verlieren Chlor und Algizide ihre Wirkung. Das zu basisch gewordene Wasser beginnt sich zu verschlechtern und schlägt ins Grüne um. Angesichts dieser Situation ist die gängige Praxis die sogenannte Schockbehandlung: eine massive und konzentrierte Zugabe von Säure, um den pH-Wert schnell wieder auf Betriebswerte zu bringen.

Und genau in diesem Moment wird der Travertin beschädigt. Es ist nicht die gewöhnliche Chemie eines Pools, die den Stein abnutzt, sondern die reaktiven, konzentrierten und periodischen Korrekturen, zu denen man gezwungen ist, wenn das pH-Management nicht kontinuierlich erfolgt.

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Die Lösung: kontinuierliche Kontrolle statt reaktiver Korrektur

Aus diesem Grund ist ein gut geplanter Pool aus Travertin mit einer automatischen Vorrichtung ausgestattet, die den pH-Wert des Wassers kontinuierlich prüft und jedes Mal kleine Dosen Korrekturmittel zugibt, wenn der Wert abzuweichen beginnt. Die Ersetzung großer periodischer Schocks durch tägliche Mikrodosierungen bedeutet zweierlei: Der Stein wird niemals konzentrierten Säureangriffen ausgesetzt, und das Wasser behält eine stabile Qualität ohne die Notwendigkeit außerordentlicher Eingriffe.

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Infinity-Pools: ein besonderes Augenmerk

Infinity-Pools, bei denen das Wasser an einer oder mehreren Seiten des Beckens überläuft und einen kontinuierlichen Fluss entlang des Randes erzeugt, führen einen zweiten Belastungsfaktor für den Stein ein: die hydroabrasive Wirkung des Fließens. Auf einer chemisch geschützten Oberfläche stellt dieser Vorgang kein Problem dar. Wenn das Wasser jedoch auch nur leicht sauer ist, summieren und verstärken sich die beiden Effekte. Für Infinity-Pools ist die automatische pH-Kontrolle daher keine bloße Empfehlung, sondern eine unverzichtbare Bedingung.

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